Wurzelschutz auf Baustellen
Wurzeln wirksam vor Schwerlastverkehr schützen
Warum der Wurzelbereich so sensibel ist
Bäume sind auf einen lockeren, durchlässigen Boden angewiesen. Über ihre Wurzeln nehmen sie Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe auf. Wird der Boden durch wiederholtes Befahren verdichtet, verliert er Porenraum. Wasser kann schlechter versickern, Sauerstoff gelangt nur noch eingeschränkt in den Boden und die Feinwurzeln können absterben.
Besonders kritisch ist das bei alten Bestandsbäumen, die häufig flachliegende Wurzeln ausgebildet haben. Ein Beispiel dafür zeigt das Projekt in Erfurt: Dort mussten historische Nebenstraßen mit Natursteinpflaster saniert werden, ohne die angrenzenden alten Kastanienbäume zu schädigen. Eine klassische Straßensanierung hätte massive Eingriffe in das Wurzelwerk bedeutet. Stattdessen wurde eine Wurzelbrücke mit TERRAM Geozellen umgesetzt, um Infrastruktur und Stadtgrün miteinander zu verbinden.
Klassische Baustraßen: hilfreich, aber nicht immer ausreichend
Bodenschutzplatten werden häufig eingesetzt, um Baustellenflächen temporär befahrbar zu machen. Sie können direkte Lasten aufnehmen und verhindern, dass Fahrzeuge unmittelbar in den Boden einsinken. Für kurzfristige Einsätze können sie deshalb eine praktische Lösung sein.
Im Baumschutz stoßen sie jedoch an Grenzen. Zwar halten die Platten die direkte Belastung, doch die Kräfte werden nicht immer ausreichend wurzelschonend in die Fläche verteilt. Unterhalb der Platten kann sich der Boden durch wiederholte Überfahrung weiterhin verfestigen. Für den Baum bedeutet das: Der sichtbare Schutz an der Oberfläche verhindert nicht automatisch die schädliche Verdichtung im Wurzelraum.
Eine andere Option der Sicherung von Baustellenzufahrten ist das einfache Aufschütten von Schotter um eine lose Tragschicht über den Wurzeln zu kreieren. Die dadurch erreichte mögliche Belastbarkeit ist jedoch minimal und auch die Menge an eingesetzten Material bedeutet hohe Kosten. Ebenso ist die Aufbauhöhe im Vergleich zu Alternativen enorm.
Vorteile von TERRAM Geozellen im Vergleich zu klassischen Baustraßen
TERRAM Geozellen bieten gegenüber klassischen Bauweisen eine materialeffiziente und baustellenfreundliche Alternative. Während reine Schotteraufbauten unter Belastung stärker verformen, stabilisieren Geozellen das Füllmaterial innerhalb ihrer Zellstruktur. Dadurch kann die Verformung auf etwa ein Drittel reduziert werden. Das ermöglicht geringere Aufbauhöhen und spart Material.
Weniger Material bedeutet zugleich weniger Transportlogistik. Statt beispielsweise 60 Lkw-Ladungen können je nach Projekt rund 40 Lkw-Ladungen ausreichen. Das reduziert Baustellenverkehr, Kosten und CO₂-Emissionen.
Auch der Einbau wird vereinfacht: Da die Geozellen das Material seitlich halten, ist häufig keine zusätzliche Barriere oder Einfassung notwendig.
TERRAM Geozellen reduzieren Setzungen im Vergleich zu klassischen Baustraßenaufbauten deutlich. In einer beispielhaften Berechnung zeigte ein klassischer Aufbau mit 30 cm unbewehrtem, verdichtetem Schotter Setzungen von 38 mm bei 10 t Achslast und mehr als 10.000 Überfahrungen. Der Aufbau mit T3000 Trenn- und Filterlage sowie TERRAM Geozellen 22/20 reduzierte die Setzungen auf 15,8 mm. Das entspricht einer Verbesserung der Tragschicht um rund 58 Prozent bei gleichzeitig etwa 33 Prozent weniger Schüttbaustoff.
Der Vorteil entsteht durch die Zell-Wabenstruktur. Bei fachgerechter Verdichtung werden Horizontalkräfte in den Zellwänden aufgebaut. Dadurch entsteht eine formstabile, steife Tragschicht, die Vertikallasten besser verteilt und den Druck auf den natürlichen Boden deutlich reduziert. Besonders im Wurzelbereich von Bäumen ist das entscheidend, da Boden und Wurzelraum so wirksam vor übermäßiger Verdichtung geschützt werden.
Einsatzbereiche von mobilen Baustraßen
TERRAM Geozellen eignen sich überall dort, wo temporäre oder dauerhafte Belastungen im Wurzelbereich auftreten können. Auch für langfristig genutzte Flächen wie Pflegezufahrten, Rettungswege, Parkflächen oder Wege in Grünanlagen können Geozellen eine sinnvolle Lösung sein. Im Projekt Erfurt wurde gezeigt, dass sich mit TERRAM Geozellen sogar historische Verkehrsflächen erhalten und gleichzeitig an heutige Belastungsanforderungen anpassen lassen. Nach Abschluss des Projekts konnte das Natursteinpflaster erneut auf der Geozellen-Tragschicht verlegt werden, sodass die Straße weiterhin befahrbar bleibt, ohne die alten Kastanienbäume zu beschädigen.
Effektiver Wurzelschutz mit wirtschaftlichem Vorteil
Bäume leiden auf Baustellen vor allem unter wiederholter Überfahrung, schweren Maschinen, Materiallagerung und Bodenverdichtung. Herkömmliche Bodenschutzplatten können kurzfristig helfen, lösen aber nicht jedes Problem im Wurzelbereich. Unter den Platten kann sich der Boden weiterhin verdichten, und bei längeren Projekten können wachsende Wurzeln starre Platten verschieben.
TERRAM Geozellen gehen einen Schritt weiter. Sie verteilen Lasten flächig, stabilisieren die Tragschicht, bleiben wasserdurchlässig und geben dem Wurzelwerk durch flexible Zellwände Raum zur natürlichen Ausdehnung. Gleichzeitig sind sie durch geringeren Materialeinsatz, reduzierte Transportaufwände und flexible Einbaumöglichkeiten oft kostengünstiger als klassische Baustraßen aus Bodenschutzplatten.
So entsteht eine belastbare Baustellenfläche, die Bäume schützt, Bauabläufe unterstützt und wirtschaftlich bleibt.
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Häufig gestellte Fragen
Bäume reagieren empfindlich auf Bodenverdichtung, Wurzelschäden und Veränderungen im Wasserhaushalt. Auf Baustellen entstehen diese Belastungen häufig durch Schwerlasttransporte, Bagger, Krane, Materiallager oder temporäre Zufahrten. Auch wenn der Baum äußerlich zunächst gesund wirkt, können Schäden im Wurzelbereich langfristig zu Vitalitätsverlust, Trockenschäden oder Standsicherheitsproblemen führen.
Durch wiederholtes Überfahren wird der Boden verdichtet. Dadurch gehen wichtige Hohlräume im Boden verloren, die für Luft, Wasser und Wurzelwachstum notwendig sind. Feinwurzeln können absterben, Regenwasser versickert schlechter und Sauerstoff gelangt nur eingeschränkt an die Wurzeln. Besonders gefährdet sind alte Bestandsbäume und Bäume in innerstädtischen Bereichen.
TERRAM Geozellen sind wabenförmige Zellstrukturen aus flexiblem, hochfestem Geotextil. Sie werden auf dem vorbereiteten Untergrund ausgelegt und mit geeignetem Material wie Schotter, Kies oder Mineralgemisch verfüllt. Dadurch entsteht eine tragfähige, lastverteilende Tragschicht für Baustraßen, Zufahrten, Arbeitsflächen oder Lagerbereiche.
Die Zellstruktur verteilt punktuelle Radlasten großflächiger in den Untergrund. Dadurch wird die Belastung auf den Boden im Wurzelbereich reduziert. Gleichzeitig stabilisieren die Zellen das Füllmaterial und verhindern, dass es seitlich ausweicht. So bleibt die Oberfläche tragfähig, während der darunterliegende Boden besser vor Verdichtung geschützt wird.
Baumwurzeln wachsen weiter, auch während oder nach einer Baumaßnahme. Starre Systeme können dieses Wachstum behindern oder durch Wurzeldruck verschoben werden. TERRAM Geozellen besitzen flexible Zellwände, die Bewegungen im Untergrund besser aufnehmen können. Dadurch bleibt dem Wurzelwerk mehr Raum zur natürlichen Ausdehnung.
In vielen Projekten können TERRAM Geozellen wirtschaftlicher sein als klassische Baustraßen aus Bodenschutzplatten. Gründe dafür sind der vergleichsweise geringe Materialbedarf, die niedrige Aufbauhöhe, einfache Anpassung an unregelmäßige Flächen und reduzierte Transportaufwände. Besonders bei längeren Zufahrten, größeren Flächen oder langfristigen Projekten kann sich das deutlich auswirken.
Ja, die Fläche bleibt vollständig wasserdurchlässig. Das ist besonders wichtig im Wurzelbereich, da Regenwasser weiterhin in den Boden gelangen kann. So wird der natürliche Wasserhaushalt des Baumes unterstützt und eine vollständige Versiegelung vermieden.